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Buchcover Silke Heimes:

Schreiben als Selbstcoaching
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2014 (inklusive E-Book)
http://www.v-r.de/

Hinfallen. Aufstehen. Krone richten. Weitergehen.

„Alles seit je. Nie was anderes. Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“ Samuel Beckett

Dieses Motto stellt die Ärztin, Autorin und Poesietherapeutin Silke Heimes ihrem Selbstcoaching-Konzept voran. Dieses kompakte Buch bietet 123 Schreibübungen zur Unterstützung bei der Klärung der aktuellen Situation, über die Entscheidungsfindung bis zur Planung und Umsetzung der gewünschten Veränderung: Wie ist meine Situation? Wie ist sie so geworden? Wie könnte sie anders sein?
Die einzelnen Abschnitte tragen einladende Überschriften wie „Rollen und Masken“, „Geheimnisse und Verrücktheiten“ und „Neue Wege“ und inspirieren zum schreibenden Erkunden der eigenen Gefühle und Gedanken. Der Prozess des Schreibens fördert den achtsamen Umgang mit sich und ermöglicht Distanz zum Problem, das Entwickeln neuer Sichtweisen und kreative Lösungsperspektiven zum Ausprobieren. Die spielerische Entdeckungsreise des Sich-frei-Schreibens geht auch ethischen Fragen nach: „Was ist mir wichtig?“, „Was ist für mich Sinn?“, „Wofür lohnt es sich zu leben?“
Die Botschaft des Selbstcoaching – „Sie selbst sind die Expertin für Ihr Leben!“ – entspricht der feministischen Haltung in der Beratung und dem Grundsatz des Empowerment. Der innere Dialog beim Schreiben stärkt die eigenen Kompetenzen („das innere Team“). Dieses Buch regt dazu an, Schreiben als lustvollen Akt der Wertschätzung sich selbst gegenüber zu praktizieren.

Einige Übungsbeispiele:
„Sie selbst als Haus“ – Wenn Sie sich selbst als Haus beschreiben würden, was für ein Haus wären Sie? Alt, neu, groß, klein, gut in Stand... Wie viele Etagen und Zimmer gibt es? Sind alle bewohnt? Gibt es Zimmer, die Sie selbst nicht kennen oder betreten?
„Sind Sie bereit zur Veränderung?“ - Wenn Sie Ihrem alten Weg einen Straßennamen geben müssten, wie würde er lauten? Und wie würde der Name des neuen Wegs lauten?
„Ich bin dann mal weg!“ – Sie haben den Wunsch, einfach zu verschwinden. Wie stellen Sie das an? Wohin verschwinden Sie? Was passiert dort, wo Sie verschwunden sind?
„Lass los! Und los...“ – Wenn Sie aufgefordert wären, fünf Dinge in Ihrem Leben loszulassen, welche wären das?
Und welche fünf Dinge würden Sie stattdessen gern in Angriff nehmen? Wofür würde Sie das Loslassen der fünf Dinge Sie frei machen?

Bettina Zehetner

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