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Buchcover Raewyn Connell:

Gender
Springer Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2013
http://www.springer-vs.de/

Mit „Der gemachte Mann“ (1999) legte die Autorin (damals noch als Robert Cornell) das produktive und einflussreiche Konzept „hegemonialer Männlichkeit“ vor. Die interdisziplinär und global vergleichende Herangehensweise dieses neuen Werks macht die Standortverbundenheit der eigenen Perspektive bewusst. Connell verbindet die Ebene des Subjekts mit der Analyse von Machtverhältnissen, Arbeitsteilungen und Institutionen und macht die komplexe Verwobenheit von Geschlecht, Klasse und Ethnizität deutlich. Entlang der von Juliet Mitchell genannten vier Strukturebenen der Geschlechterdiskriminierung Produktion, Reproduktion, Sozialisation und Sexualität erweist sich die Dimension des sozialen Geschlechts und seiner Zuschreibungen auf der Mikro- und Makroebene, auf der Ebene individueller Identität, Körperlichkeit und Alltagslebens ebenso wie in globalen gesellschaftlichen Zusammenhängen als wirkmächtig – aber auch als veränderbar.
Einmal mehr macht die Autorin sichtbar, wie die in der Forschung weit überwiegenden Ergebnisse der Geschlechterähnlichkeit zugunsten spektakulärer Differenzsetzungen verschleiert werden, was seinen markantesten Ausdruck in populärpsychologischen Vereinfachungen von „Venus-Frauen“ und „Mars-Männern“ findet.

Sehr gut verständlich geschrieben ist dieses Werk eine optimale Einführung in den vielfältigen Themenbereich „Gender“ und seinen aktuellen Forschungsstand.

Bettina Zehetner

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