Frauen beraten Frauen

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Jahresbericht 2016

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ZEITSCHRIFT "BISSIGE GESCHICHTEN. FEMINISMEN, HUMOR UND WIDERSTAND“

Buchcover

Ausgehend von der Wunschphantasie „Hängematte statt Hamsterrad“ basteln die Autorinnen dieses Hefts an feministischen Strategien für ein gutes Leben. Die Ökonomisierung durchdringt zunehmend alle Lebensbereiche, sie formt und verformt uns – unsere Lebensweisen, unsere Identitäten und unsere Körper. Wir leben unter dem Imperativ der beständigen Selbstbearbeitung und -optimierung und dem permanent bedrohlichen Gefühl, nicht zu genügen.
Wir müssen uns „anpassen”, flexibel und mobil sein, effizient und kreativ unsere eigenen Arbeitsplätze und Projekte gestalten. Wir müssen uns täglich bewähren auf dem immer beschleunigter, druckvoller und prekärer werdenden Arbeitsmarkt ebenso wie auf dem Markt der Körper und Beziehungen.
In unserer Selbstausbeutung sind wir unsere strengsten Richterinnen. Diesen Druck erleben wir in der Frauen*beratung jeden Tag hautnah in den Erzählungen unserer Klientinnen ebenso wie an uns selbst. Solchen Entwicklungen setzen wir im vorliegenden Heft bissige Geschichten und humorvollen Widerstand entgegen.

Mit Beiträgen von Elfriede Jelinek, Marlene Streeruwitz, Gertraud Klemm, Eva Rossmann, Elfriede Hammerl, Stefanie Sargnagel, Christina Thürmer-Rohr, Birge Krondorfer, Elisabeth Schäfer & Esther Hutfless, Traude Ebermann, Marietta Winkler, Gerlinde Mauerer, Britta Mühlbauer, Angelika Grubner, Karin Seidner, grauenfruppe, Maria Temnitschka, Brigitta Höpler, Angela Zwettler, Regina Primus, Traude Veran, Denice Bourbon und den Beraterinnen von Frauen* beraten Frauen*

weitere Details

KARIN MACKE und BETTINA ZEHETNER, Redakteurinnen




BuchcoverBettina Zehetner:

Krankheit und Geschlecht.
Feministische Philosophie und psychosoziale Beratung.
Turia + Kant: Wien/Berlin 2012, 317 Seiten:
http://www.turia.at/titel/zehetner.html

Feministische Theorie konsequent weitergedacht und praktisch umgesetzt

Bettina Zehetner verbindet in ihren weitreichenden Reflexionen verschiedene Ansätze feministischer Theoriebildung (Egalitätsanspruch, Differenzansatz, De-/Konstruktivismus) mit den Potenzialen ihrer Umsetzung in der psychosozialen Beratungspraxis. Sie zeigt, wie sich der Beratungskontext verändert, wenn auf ein „kollektives Frauen-Wir“ verzichtet werden muss: Dies bedeutet – auch je individuell erlebte – „Rückschläge“ und neue theoretische wie sozialpraktische Herausforderungen. Im Aufzeigen dieses dringend notwendigen Brückenschlags zwischen feministischer Theorie und (psycho)sozialer Praxis liegt die Bedeutsamkeit der vorliegenden Arbeit: u.a. werden auch „schöne“ Begriffe wie „Authentizität, Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung als neoliberale Erfolgskriterien des ‚unternehmerischen Selbst’?“ in Frage gestellt (S. 246). Insbesondere der „Schauplatz“ weiblicher Körper wird in Zehetners Arbeit als „Material“ für diese Selbstunternehmung und -inszenierung in historischer und feministischer Perspektive analysiert.

Zehetner zeigt eindrücklich, dass mit der Aufgabe traditioneller geschlechtsspezifischer (Zu)Ordnungsmuster auch Zuschreibungen von Gesundheit und Krankheit ins Wanken geraten: Eindimensionale Bilder von Geschlechtlichkeit („schwache“ respektive „kranke Weiblichkeit“, „starke“ Männlichkeit) werden in ihrem krankmachenden und kränkenden Potenzial enttarnt.

Die Literaturliste Zehetners offenbart sich als Mekka auf dieser historischen wie intellektuellen Zeitreise! Was sich in flüchtiger Ausprägung als „zwei Themen“ (feministische Theoriebildung und feministische frauenspezifische Beratungspraxis) erkennen lässt, wird bei Zehetner so konsequent zusammengedacht und reflektiert, dass kein Zurück zu altbewährten Zugehörigkeiten mehr denk- und erlebbar erscheint. Dies führt bei Zehetner keineswegs zu einer theoretischen Verlustanzeige: Sie gibt kreativen Gestaltungsspielräumen großen Raum, v.a in Bezug auf Judith Butler 1990, 2002, 2006). In Bettina Zehetners Denkverbindung von (gender)diskurstheoretischer Analyse mit sozialkritischen Perspektiven werden die Auswirkungen dominanter und prägender kultureller Symbole und bedeutender Praxen (u.a. in Bezugnahme auf Foucault) entschlüsselt und in Frage gestellt: Affirmative Selbstbehauptung und vernichtende Auflösung dichotomer Zuordnungsmuster (weiblich/ männlich, gesund/ krank) verunsichern nur dann, wenn Beratungspraxis gängige Stereotype „in Gang“ respektive in Schwung bringen und erhalten will. Dagegen spricht sich Zehetner in ihrer Arbeit vehement aus: Ein schmaler Grat zwischen (gender)theoretischer De-/Stabilisierung im je individuellen Beratungskontext löst einen persönlichen und gesellschaftspolitischen Entwicklungsprozess aus: „(D)ie emanzipatorische Intention feministischer Beratung – und gesellschaftskritischer Sozialarbeit – (besteht) darin, Mut zur Eigenwilligkeit und zum Sich-Wehren gegen verletzende und diskriminierende Behandlung zu machen als Alternative zur Anpassung an bestehende, krankmachende Verhältnisse.“ (S. 219). Ihre philosophische Ausbildung und kritische Positionierung als feministische Beraterin führt Bettina Zehetner logisch schlüssig und in Bezugnahme auf Falldarstellungen aus der Beratungspraxis (u.a. zu Trennung und Scheidung) zusammen: Ausgehend vom Körper als Oberfläche von Zeichen bis zu inneren (Vor)„Einstellungen“ in patriarchaler Entwicklungslogik bleibt in ihrer profunden Analyse kein traditioneller Markstein auf dem anderen: In dieser konsequenten Aufgabe von geschlechterkonstanten Tradierungen liegt die Überzeugungskraft ihrer Arbeit: Bettina Zehetner liefert hiermit über „state of the art“ in der feministische Theoriebildung hinaus ein wichtiges Grundlagenwerk für Beratung, Psychotherapie und Medizin.

Gerlinde Mauerer




Publikation anlässlich 30 Jahre Frauen beraten Frauen

BuchcoverWir freuen uns, anlässlich des 30jährigen Bestehens des Vereins Frauen beraten Frauen unseren Sammelband zu Gegenwart und Zukunft feministischer Beratung und Psychotherapie vorstellen zu können.

Für detaillierte Informationen klicken Sie bitte hier.

In Anerkennung der Differenz
Feministische Beratung und Psychotherapie
erschienen im Psychosozial-Verlag

In der Ö1-Sendung "Von Tag zu Tag: Von 'Opfer'-sein und Selbstveränderung - 30 Jahre Frauen beraten Frauen. In Anerkennung der Differenz" stellten Traude Ebermann und Bettina Zehetner die Publikation vor und sprachen über die Entwicklung der feministischen Beratung.

Unter nachfolgendem Link können Sie die Sendung downloaden
bzw. eine Hörprobe erhalten: http://oe1.orf.at/programm/251271

Klicken Sie bitte auf den nachfolgenden Link, um eine Buchrezension zu lesen:
Link zur Buchkritik "In Anerkennung der Differenz"

Interview zum Buch und 30 Jahre Frauen beraten Frauen:
http://diestandard.at/1288659432530/dieStandardat-Interview-Es-gibt-eine-grosse-Macht-die-ungenuetzt-bleibt






Angelika Grubner:
Die Macht der Psychotherapie im Neoliberalismus.
Eine Streitschrift


Nicole Seifert (Hg.in):
Hochzeit? Hochzeit!
Erzählungen von Heiratsanträgen, Fluchtversuchen und der großen Liebe


Nadja Tolokonnikowa:
Anleitung für eine Revolution.

Anne Garréta:
Sphinx.
Mit einem Nachwort von Antje Rávic Strubel


Doris Hermanns (Hg.):
Wär mein Klavier doch ein Pferd.
Erzählungen aus den Niederlanden.


Stefanie Duttweiler, Robert Gugutzer, Jan-Hendrik Passoth, Jörg Strübing (Hg.):
Leben nach Zahlen.
Self-Tracking als Optimierungsprojekt?


Susanne Walz-Pawlita, Beate Unruh, Bernhard Janta (Hg.):
Körper-Sprachen.

Reinhard Plassmann:
Körper sein und Körper haben.
Zum Verhältnis von Körper, Leib und Psyche am Beispiel von Kopfschmerzen, selbstverletzendem Verhalten und artifiziellen Krankheiten.


Klaus Obermeyer, Harald Pühl (Hg.):
Die innere Arbeit des Beraters.
Organisationsberatung zwischen Befangenheit und Bewegungsfreiheit.


Christian Stadler, Sabine Spitzer-Prochazka, Eva Kern, Bärbel Kress:
Act creative!
Effektive Tools für Beratung, Coaching, Psychotherapie und Supervision.


Lisbeth N. Trallori:
Der Körper als Ware.
Feministische Interventionen.


Helga Krüger-Kirn:
Die konstruierte Frau und ihr Körper.
Eine psychoanalytische, sozialwissenschaftliche und genderkritische Studie zu Schönheitsidealen und Mutterschaft.


Katharina Gröning:
Sozialwissenschaftlich fundierte Beratung in Pädagogik, Supervision und Sozialer Arbeit.

Alfred Krieger, Heike Winter, Ulrich A. Müller, Matthias Ochs, Wiebke Broicher (Hg.):
Geht die Psychotherapie ins Netz?
Möglichkeiten und Probleme von Therapie und Beratung im Internet


Hans-Jürgen Seel:
Beratung: Reflexivität als Profession

Franz Gmainer-Pranzl / Ingrid Schmutzhart / Anna Steinpatz (Hg.):
Verändern Gender Studies die Gesellschaft?
Zum transformativen Potential eines interdisziplinären Diskurses.


Gröning, Katharina / Kunstmann, Anne-Christin / Neumann, Cornelia (Hg.innen):
Geschlechtersensible Beratung.
Traditionslinien und praktische Ansätze.


Margarete Akoluth:
Über den Versuch, eine misslungene Psychoanalyse zu bewältigen.

Deixler-Hübner, Astrid / Schäffer, Hannes:
Partnerschaft ohne Trauschein.
Zusammenleben – Kinder – Vorsorge – Trennung – alle wichtigen Rechtsfragen.


Angelika Grubner:
Geschlecht therapieren.
Andere Erzählungen im Kontext narrativer systemischer Therapie.


Alles absolut bestens bei mir. 15 Alleingänge aus Finnland.
Erzählungen.

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Helen Moster

Astrid M. Fellner, Anne Conrad, Jennifer J* Moos (Hg_innen):
Gender überall !?
Beiträge zur interdisziplinären Geschlechterforschung


Angelika Baier, Susanne Hochreiter (Hg_innen):
Inter*geschlechtliche Körperlichkeiten.
Diskurs/Begegnungen im Erzähltext.


Emmanuel Alloa und Miriam Fischer (Hg.):
Leib und Sprache.
Zur Reflexivität verkörperter Ausdrucksformen.


Deixler-Hübner, Astrid / Dinges, Stefan / Pranter, Marie-Christine:
Trennen oder bleiben?
Konstruktive Lösungen – Prävention und Bearbeitung von Paarkonflikten


Silke Heimes:
Schreiben als Selbstcoaching

Gina Kaus:
Die Schwestern Kleh.

Edith Futscher, Heiko Kremer, Birge Krondorfer und Gerlinde Mauerer (Hg.Innen):
Gerburg Treusch-Dieter: Ausgewählte Schriften.

Elisa Barth, Ben Böttger, Dan Christian Ghattas, Ina Schneider (Hg.Innen):
Inter.
Erfahrungen intergeschlechtlicher Menschen in der Welt der zwei Geschlechter.


Arno Böhler, Christian Herzog, Alice Pechriggl (Hg.Innen):
Korporale Performanz.
Zur bedeutungsgenerierenden Dimension des Leibes.


Jasmine Senk (Hg.in):
Zwischen Gleichstellungserfolgen und Antifeminismus.
Zwiespältige Tendenzen in der Modernisierung der Geschlechterverhältnisse.


Frank Nestmann, Frank Engel, Ursel Sickendiek (Hg.):
Das Handbuch der Beratung.
Band 3: Neue Beratungswelten


Käthe Kratz, Lisbeth N. Trallori (Hg.innen):
Liebe, Macht und Abenteuer.
Zur Geschichte der Neuen Frauenbewegung in Wien.


Raewyn Connell:
Gender

Marianne Schmidbaur, Helma Lutz, Ulla Wischermann (Hg.innen):
Klassikerinnen feministischer Theorie.
Band III Grundlagentexte ab 1986


Dagmar Fink, Birge Krondorfer, Sabine Prokop, Claudia Brunner (Hg.innen):
Prekariat und Freiheit?
Feministische Wissenschaft, Kulturkritik und Selbstorganisation


Silke Heimes / Petra Rechenberg-Winter / Renate Haussmann (Hg.innen):
Praxisfelder des kreativen und therapeutischen Schreibens.

Michaela Huber:
Der Feind im Innern. Psychotherapie mit Täterintrojekten.
Wie finden wir den Weg aus Ohnmacht und Gewalt?


Esther Hutfless, Gertrude Postl, Elisabeth Schäfer (Hg.innen):
Hélène Cixous. Das Lachen der Medusa

Stephan Meder:
Familienrecht.
Von der Antike bis zur Gegenwart.


Erna Appelt, Brigitte Aulenbacher, Angelika Wetterer (Hg.innen):
Gesellschaft.
Feministische Krisendiagnosen.


Marlen Bidwell-Steiner, Anna Babka (Hg.innen):
Obskure Differenzen.
Psychoanalyse und Gender Studies.


Grisard, Dominique/ Jäger, Ulle/ König, Tomke (Hg.innen):
Verschieden sein.
Nachdenken über Geschlecht und Differenz


Hilge Landweer, Catherine Newmark, Christine Kley, Simone Miller (Hg.innen):
Philosophie und die Potenziale der Gender Studies.
Peripherie und Zentrum im Feld der Theorie


Birge Krondorfer, Hilde Grammel (Hg.innen):
Frauen-Fragen.
100 Jahre Bewegung, Reflexion, Vision. Plattform 20000frauen


Paula-Irene Villa, Julia Jäckel, Zara S. Pfeiffer, Nadine Sanitter, Ralf Steckert (Hg.):
Banale Kämpfe?
Perspektiven auf Populärkultur und Geschlecht.


Anna Sieben, Julia Scholz:
(Queer-)Feministische Psychologien.
Eine Einführung.


Alexandra Köbele:
Ein Junge namens Sue.
Transsexuelle erfinden ihr Leben.


Harald Geißler und Maren Metz (Hg.):
E-Coaching und Online-Beratung.
Formate, Konzepte, Diskussionen.


Renate Lorenz:
Queer Art.
A Freak Theory.


Gerlinde Mauerer (Hg.in):
Frauengesundheit in Theorie und Praxis.
Feministische Perspektiven in den Gesundheitswissenschaften.


Uta Schirmer:
Geschlecht anders gestalten.
Drag Kinging, geschlechtliche Selbstverhältnisse und Wirklichkeiten.


Frauen beraten Frauen (Hg.in):
In Anerkennung der Differenz
Feministische Beratung und Psychotherapie

Orbach, Susie:
Bodies. Schlachtfelder der Schönheit.

Bauhardt, Christine/ Caglar, Gülay (Hg.innen):
Gender and Economics.
Feministische Kritik der politischen Ökonomie


Angela McRobbie:
Top Girls.
Feminismus und der Aufstieg des neoliberalen Geschlechterregimes


Julia Fritz:
Im Spiegel der Erinnerung.
Magersucht und Genesung im biographischen Kontext


Gisela Hötker-Ponath:
Trennung und Scheidung
Prozessbegleitende Interventionen in Beratung und Therapie


F. Wellendorf, T. Wesle (Hg.):
Über die (Un)Möglichkeit zu trauern.

Paula-Irene Villa (Hg.in)
schön normal.
Manipulationen am Körper als Technologien des Selbst.


Elisabeth Hellmich
forever young?
Die Unsichtbarkeit alter Frauen in der Gegenwartsgesellschaft


Marianne Krüll
Die Mutter in mir - Wie Töchter sich mit ihrer Mutter versöhnen

Sonja Eismann
Hot Topic. Popfeminismus heute

Christina von Braun/Bettina Mathes
Verschleierte Wirklichkeit.
Die Frau, der Islam und der Westen.


Gabriele Rohmann (Hg.)
Krasse Töchter.
Mädchen in Jugendkulturen.


Hildegard Steger-Mauerhofer
Halbe/Halbe - Utopie Geschlechterdemokratie?

Katharina Martin
Bis das Geld euch scheidet.
Finanzielle Gewalt in Beziehungen.


Marina Jenkner
Nimmersatt und Hungermatt.
Essstörungen bewältigen.